Willkommen

Isabella Kramer - veredit eine lyrikerin entführt mit stimme und tönen in die welt ihrer texte, zum mitfühlen, -lachen und -staunen

[RSS] Podcast (RSS-Feed)
[RSS] Alle Episoden

Aktuelle Kommentare

Waldgefühle

autumn%2Babstracts-20.jpg

federnde Schritte
auf moosigen Pfaden
sandklare Bäche
murmeln in Moll

Säulenriesen warten
Äonen von Jahren
wiegende Häupter wandeln
Licht in Strahlenfinger

Goldsprenkel im Farn
Lippen voll Himbeersaft
du hast Blätter im Haar!
ein Häher warnt

tiefgrüne Augen
mooriger Seen
Waldstimme flüstert
Kommt wieder!


veredit©Isabella Kramer 08

# 14.08.21, 10:10:00 von lyrik-toene |

In der alten Laube

IMG_7283.JPG

mit leisen seufzern
tropfen rosenblätter
auf die ausgetretenen steine
schwül legt der balsamduft
den abend um das haus

die katzen räkeln sich
verliebt in minze
blassblaue falter
gaukeln müde
im letzten sonnenlicht

ein träger friede
webt sich ins geäst
umschmeichelt tröstend
bauscht der wind
den sommer






veredit©Isabella Kramer 10

# 07.08.21, 21:55:44 von lyrik-toene | [RSS] Kommentare (0)

Markttag

Markttag.jpg

Blumenrausch in Zinkeimern
Tomatenpyramiden unter gestreiften Markisen
Hand in Hand schlendern
Radieschenbouquet fürs Wochenendglück

Thymianhonig gegen Fernweh
Kinderträume vom eigenen Küken
wir kosten unsere Nähe
Blumenkohlzeit für alle

Glitzernde Heringe versprechen
Fisch ist gesund!
apfelduftgeschwängerte Luft
für Dich die eingelegten Oliven


veredit©Isabella Kramer 05.08.08

# 07.08.21, 18:31:00 von lyrik-toene |

Januar See

m%25C3%25B6wen+1.jpg

träge treibt der See
in grauen Wellen
Nordwind knistert
in eisstarrem Riet

bis an die Ohren
vermummte Boote
dümpeln an der
verlassenen Mole

und einbeinige Möwen
nehmen auf dem Geländer
die Neujahrsparade ab

nicht nur die kalte Luft
treibt mir die Tränen
in die Augen

sommers waren wir
uns hier nah


veredit©Isabella Kramer 09

# 07.08.21, 18:22:00 von lyrik-toene |

endlich wieder

La+Pared+1.jpg

Mein erster Weg führt immer an den Strand.
Fort mit den Schuhen noch im ungeduldigen Lauf.
Nackt bohren die Zehen sich wohlig in den Sand.
Die Seele, befreit, steigt mit den Möwen hoch hinauf.

Das Spiel der Wellen rollt mir die erste Muschel zu,
Kostbares Kleinod für lange meeresferne Tage.
Die Stirne klärt sich, alle Unrast kommt zur Ruh,
Kein Wunsch mehr offen, keine ungelöste Frage.

Des Meeres Macht, das seit Äonen tosende Gegischt
Mit donnernder Gewalt am Fels zerschellt.
Salzfeuchter Atem kühlt mein hitziges Gesicht.
Wie hat des Windes Freiheit mir gefehlt.

Der schroffen Felsen schwarz gebleckte Zähne,
Den Schlund geöffnet für den nächsten übergroßen Schluck.
Schaumrösserflug mit weißen, windgepeitschten Mähnen,
Poseidons Jagd holt sich ihr Recht zurück.

Im flüssig‘ Gold von längst versunkenen Schätzen
Die tiefe Sonne umschlingt den Horizont.
Vage Verheißung, das blaue Band der dunklen Küste weit im Westen.
Für solchen Blick hat alles Warten sich gelohnt.


veredit©Isabella Kramer 08

# 07.08.21, 17:48:11 von lyrik-toene |